Rede von Holger Holzschuher

Rede von Holger Holzschuher auf unserer Kundgebung am Rand des Parks des „Hauses Leonore“ am 2. November 2016

Ein Teil unserer Forderungen und der interessierten Öffentlichkeit war es bisher, die seit vielen Jahren ungenutzten und verfallenen Gebäude am westlichen Rand des Parks abzureißen und dort die Flüchtlinge in den geplanten Unterkunftsmodulen unterzubringen. Von Seiten des BUND kam die Anregung, doch erst einmal deren Zustand auf die Frage hin zu prüfen, ob sie nicht durch Umbauten doch noch selbst zur Nutzung für die Flüchtlinge brauchbar gemacht werden könnten.

Doch ob

  • Umbau der bestehenden Gebäude
  • Abriss und Neubau oder eine
  • Reduzierung des geplanten Bauvolumens –

jede Variante ist besser, als diesen alten, auf Jahrzehnte unwiederbringlichen Park zu zerstören.

Die Natur, auch wenn es sich hier um kulturelle, vom Menschen gemachte Natur handelt, muss hier Vorrang haben!

Die ökologischen Funktionen solcher Bäume kennt heute jedes Kind.

Wir haben sie auf die Schürzen der Bäume geschrieben (die wir den Bäumen leider nicht umbinden konnten, weil wir den Park nicht betreten durften).

Der Mensch ist natürlich auch nicht unwichtig, muss sich aber nach diesem Park richten, und nicht der Park nach den Menschen. (Ist als nächstes der Stadtpark Steglitz dran?) Es ist mir ein Rätsel, wieso das nicht selbstverständlich ist.

Es deutet auf ein m. E. grundlegend falsches Wertesystem der Politiker und beamteten Planer hin, so eine Zerstörung überhaupt in Erwägung zu ziehen, statt sofort zu sagen: Stopp! Da können wir nicht ran!

Aber wenn dies so ist, wer schreibt dann diese sehr guten Aussagen, wie wir sie in unserem Offenen Brief zitiert haben, und für die Senator Geisel ja seinen Namen gegeben hat? Wie dem auch sei: Zwischen Sonntagsreden, in diesem Fall einem Vorwort zu einer naturbezogenen stadtplanerischen Mappe, und konkretem politischen Handeln klafft eine Lücke, wie sie breiter nicht sein könnte: Beide Pole sind durch eine krasse Gegensätzlichkeit gekennzeichnet.

Und dann werden da noch seitens eines Senatsdirigenten, der Geisel untersteht und mit dem wir gesprochen haben, Kosten- und Zeitgründe geltend gemacht. Ein Abrissverfahren würde 3 Jahre dauern. Falsch, sagt ein Beamter des Stadtplanungsamtes im Rathaus Zehlendorf: 1 Jahr. Und was die Kosten betrifft, die der Senat nicht übernehmen will (wobei er sich hinter Vivantes als Eigentümerin des Geländes versteckt): Lesen Sie mal die jährlichen Berichte des Rechnungshofes! Steuergeldverschwendung allenthalben.

Aber wenn die Bevölkerung, deren Geld dies ja ist, selber eine Investition fordert, ist kein Geld da.

Das müsste letztendlich Finanzsenator Kollatz-Ahnen geben, sei es aus dem Landeshaushalt, sei es als Aufsichtsrat von Vivantes aus deren Budget, aber er will nichts geben, sondern Geld bekommen: nämlich 585 Millionen € insgesamt für Flächen, die Vivantes nicht benötigt, und die für die Sanierung des Krankenhauses Neukölln sein sollen.

Der neueste Stand ist der: Wie mir die noch amtierende Steglitz-Zehlendorfer Stadträtin für Umwelt und Vorgesetzte der Unteren Naturschutzbehörde, Frau Markl-Vieto vorgestern mitteilte, ist der Bauantrag beim Bezirksamt eingegangen. Aber weder sie noch ihre Nachfolgerin würden ihre Unterschrift für eine Fällgenehmigung geben und hätten auch die Behörde entsprechend instruiert. Das ist zwar ein Lichtblick, allerdings könne der Senat das Verfahren an sich ziehen, wenn der Bezirk nicht pariert.

SUMMA SUMMARUM:
Wir fordern eine andere Prioritätensetzung.
Die Bäume, der Park, müssen auf jeden Fall erhalten bleiben!

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